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COMMENTARIUS IN POSTERUM TEIL 1

COMMENTARIUS IN POSTERUM TEIL 1

Corona im Jahre 2149 

Niemand hat damit gerechnet und dabei ist es jetzt gerade einmal ein knappes Menschenleben her. Die meisten Völker waren seinerzeit einigermaßen friedlich, ja, es gab noch die üblichen Stellvertreterkriege, aber die gesamte Menschheit stand noch zu Zeiten meiner Urgroßeltern, meine eigen Ur-Großmutter lebte auch noch ein paar Jahre, eher vor der Herausforderung, dass sie sich um die allgemeine Umweltverschmutzung hätten kümmern sollen.

Damals entstanden weltweite Jugendbewegungen, die überall immer größer wurden, Wissenschaftler schlossen sich an, die ein oder anderen Politiker, mehr und mehr Erwachsene. Der Grund lag ganz einfach darin, dass mehr und mehr Menschen begriffen, dass man an einem Wendepunkt angelangt war. Es konnte so nicht weitergehen. Immer mehr Menschen erkannten, dass ein weltweites Umdenken notwendig wurde, ansonsten würden die damals 7 Milliarden schlichtweg in ihrem eigenen Dreck ersticken und zugleich die Mehrheit aller Lebewesen unseres blauen Planeten auslöschen.

Was für Sorgen man sich damals machte. Heutzutage kaum vorstellbar, dass das Artensterben überhaupt problematisiert wurde. Wenn wir uns die heutige Welt ansehen, dann sind wir von einer Vielfalt in Fauna und Flora umgeben, wie das letzte Mal vor der industriellen Revolution.

Und alles nur wegen eines klitzekleinen Virus. Das wir unterschätzt hatten. Am Anfang hat das kein Mensch ernst genommen, „wird wohl nur eine Grippe sein“, sagten die meisten, auch die Politik wiederholte dies. Später betraf es nur einzelne Länder, plötzlich die ganze Welt. Dann die Hoffnung auf Atemschutz-Masken, Quarantäne, Isolation, Impfstoff, wie das eben so ist bei einer Pandemie.

Alles Augenwischerei!

Nichts hat auch nur annähernd geholfen, wir haben die Katastrophe nur hinausgezögert. Bis jetzt. Nun schreibe ich diese Zeilen auf einer alten mechanischen Schreibmaschine, ein Familienerbstück, Strom ist zu kostbar und erst im Aufbau. Aber ich habe einen Karton Papier gefunden und mir fest vorgenommen, meine Erlebnisse aufzuschreiben. Für die Nachwelt, oder all jene, die das gerne lesen wollen.

Wir leben in einer verrückten Zeit.

Die erste Ernte wird eingefahren, zumindest soweit haben wir Menschen es wiedergebracht. Wobei “gefahren” reichlich übertrieben ist, wenn man sieht, wie behäbig die Ochsenkarren durch die Dörfer ziehen, ich hoffe inständig, dass die Menschen diese Situation, in der wir leben auch zu Nutze machen und als Chance begreifen. Wir müssen uns bessern, wir müssen umdenken und den Planeten auf eine Art urbar machen, ohne erneut in den Wahn zu verfallen auf Kosten aller zu leben. Keine Ahnung wie viele noch übrig sind von uns. Hier im Zweistromland sind es gerade einmal ein paar hundert, neue Strukturen bilden sich gerade. Ich bin sehr gespannt.