Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Utopia

Utopia, Roman von Thomas Morus

         

           Ein Klassiker der politischen Philosophie

Thomas Morus (1478–1535) war ein britischer Gelehrter und hochrangiger Politiker am Hof König Heinrichs VIII. Er schlug 1516 mit «Utopia» ein neues Kapitel in der Literaturgeschichte auf. Sein Staatsroman fand viele berühmte Fortschreibungen, darunter bis heute aktuelle Klassiker wie «1984» von George Orwell oder «Schöne neue Welt» von Aldous Huxley.

Dass der Autor einmal Lordkanzler von England war, ist sicherlich ungewöhnlich und ihr Erscheinungsdatum im 15. Jahrhundert ist umso ungewöhnlicher, denn es geht in ihr um den perfekten Staat. Utopia ist eine Utopie, doch ist die wirklich unerreichbar und phantastisch?

Wohlstand für alle, nur notwendige Arbeit, ein Liebesleben ohne Konflikte, Kultur von Kindesbeinen an und ein Staatswesen ohne Korruption, so dachte sich der Autor den perfekten Staat. Dennoch setzt auch diese Utopie auf Sklavenhaltung, auf eine andere, aber dennoch auf Unterdrückung.

Das frühe 16. Jahrhundert ist eine Welt im Aufbruch. Aus der Depression an Land und dessen Begrenztheit fliehen zu wollen, heißt, einfach an Bord zu gehen, ein Schiff zu besteigen und in die Ferne zu segeln. Herman Melville in Moby Dick hat es verstanden, diesen einfachen Topos zu beschreiben und ebenso spiet sich diese Sehnsucht in Morus Werk wieder.

Thomas More (Morus) wurde zu einem geachteten Mann, Diplomat, Richter und auch Freund von Erasmus von Rotterdam. Sein Lebensziel war die Eintracht mit sich selbst. Sich daher am Ende seines Lebens Heinrich VIII zu verweigern war eine notwendige Konsequenz über den Tod hinaus. Er wurde im Jahre 1535 hingerichtet, aber 400 Jahre später heiliggesprochen.

Der Protagonist dieser Geschichte ist Thomas Morus selbst, der von einem Treffen mit einem weitgereisten Seefahrer berichtet. Über verschiedene Gesprächsthemen wie beispielsweise der Kritik des Seefahrers an der harten Bestrafung von Dieben im England des 16. Jahrhunderts, die er selbst nur als Opfer einer ungerechten Politik und Wirtschaft sieht,und der Kritik an Geld und Privatbesitz im Allgemeinen als Ursprung allen Übels, kommt er auf ein Volk zu sprechen, welches er auf seinen Reisen kennenlernte und dessen Staatsform er als die beste erachtet: Die Utopier. Morus Gesprächspartner berichtet von deren Bildung der Regierung, dem Aufbau der Städte und Institutionen, von deren Regeln im Umgang miteinander und auch die Rolle der Religion und Strafen für besondere Vergehen erläutert er genaustens.

Bei Utopia handelt es sich um einen Staat, in dem jeder Arbeit hat, aber nie zu viel, niemand in Armut lebt, oder zu wenig zu essen hat und das gesamte Prinzip funktioniert ohne Geld und Privatbesitz. Die Regierung ist demokratisch gewählt, die Bürger sind gebildet und kultiviert und Krieg wird so gut es geht vermieden, sollte er unausweichlich sein, ziehen es die Utopier vor Söldner für den Kampf zu bezahlen und nicht die eigenen Bürger zu opfern.

Es ist schwierig für uns Pestärzte das vorliegende Werk von Thomas More, das seit 500 Jahren immer noch gedruckt und auf dem Lesermarkt ist, zu beschreiben, man muss es lesen. Anschließend sollte man sich mit anderen Lesern zusammen finden und über die tiefen Wahrheiten und Erkenntnisse, die der Autor beschreibt, diskutieren.
Utopia muss man langsam lesen, damit die Gedanken Fuß fassen können.
Wir Pestärzte hoffen, dass Utopia keine Utopie bleibt, sondern sich die Menschen besinnen und bemerken, dass unser augenblickliches System nicht funktioniert, weil es nicht funktionieren KANN.

Der Pestarzt liest erneut – in Auszügen, lasst euch berieseln, schließt die Augen und DANN entscheidet euch FÜR eine neue Welt.

Video abspielen
Pestarzt-Hörprobe