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Fahrenheit 451

Fahrenheit 451, Roman: Die Feuerwehr löscht nicht mehr.

            Bücher brennen – bei 232° Celsius verbrennt Papier

Der Feuerwehrmann Guy Montag lebt in einer Welt, in der die Feuerwehr anstatt Brände, Wissen löscht.

Die Aufgabe der Feuerwehr hat sich in der beschriebenen Zeit verändert, man löscht keine Brände mehr, die Gebäude sind längst alle feuerfest, sondern entfacht welche. Erklärtes Ziel: Bücher. Eine Dystopie! Was für ein schreckliches Horrorszenario für jeden vernünftigen, interessierten und neugierigen Menschen. 

Wie weit sind wir von dieser Welt noch entfernt? Es muss ja nicht unbedingt eine Feuerwehr sein, die aktiv die Bücher verbrennt, gefühlt lesen wir alle ziemlich viel, aber eben auch ziemlich viel Mist. Dosenware, Vorgefertigtes, Zusammenfassungen, Exzerpte. Wo sind die Originalfassungen? Ist stundenlanges Internet-Surfen „Lesen“ im klassischen Sinne? Entführt es uns in fremde Welten?

Aber wir haben uns auch einen anderen Zugang zur Literatur erschlossen: Hörbücher zum Beispiel.
Aber mal Hand aufs Herz: Wer von all den Millionen Hörbuch-Usern beschäftigt sich tatsächlich mit Klassikern, höherer Literatur? Ist nicht auch hier ein Trend zu verzeichnen, dass wir lieber „leichte Literatur“ konsumieren, weniger Sachbücher und noch weniger richtig anspruchsvolle Literatur?

Das Buch verliert laufend an Wert, ist oft nur noch ein Dekorationsgegenstand in unseren Wohnungen, wenn überhaupt. Doch, immerhin existiert es noch! Das Geniale und gleichzeitig wirklich Schreckliche an Fahrenheit 451 ist der Moment, in dem man erfährt, dass diese Entwicklung „von unten“ kam, dass nicht eine totalitäre Regierung Bücher aus Machtkalkül verbot, sondern dass die Menschen selber diese Entwicklung einleiteten und der Regierung in die Hände spielten.

Ich denke nicht, dass wir in die beschriebene Welt tatsächlich kommen werden, doch die überschnellen und inhaltlosen Informationen, die unterhaltsamen Filmchen, die schnellen emotionalen Kicks, schnellen

Schlussfolgerungen und medialen Aufschreie, welche uns über unsere smarten technologischen Hilfsmittel 24/7 berauschen, sind Indizien, dass wir zumindest weg vom Buch kommen. Unser Gehirn belohnt uns für diese schnellen passiven Kicks und wir wollen 

mehr davon, wie Drogenabhängige verdatteln wir immer mehr Zeit auf den sozialen Medien.

Wir Pestärzte raten nicht zur Abstinenz, diese führt meist nur zum Gegenteil, ein Jo-Jo-Effekt setzt ein. Aber wir müssen zurück zu einem vernünftigen Umgang kommen, uns der Gefahren bewusst werden, die uns drohen. Dieses Buch wurde in den 50er Jahren geschrieben! Zu einer Zeit ohne Personal Computer, ohne Internet, ohne soziale Medien. Hochgerechnet: Was kommt in den nächsten 50 Jahren? Ein Teil dieser Dystopie ist heute schon Realität. Bücher sind nicht entscheidend, wichtig ist ihr Inhalt, die Neugier, die sie wecken, das Wissen das sie vermitteln. Sachbücher erlauben es uns, intelligenter über diese Welt nachzudenken und Romane helfen uns die Welt (oder auch andere Welten) durch die Augen anderer zu betrachten und sicherlich auch in eine Welt wegzuträumen, die uns mit Kraft versorgen kann, um gestärkt in die Wirklichkeit zu gehen. “Die Welt wurde vor langem entzaubert, aber in guten Romanen lebt ein Hauch der alten Magie weiter, wir dürfen sie nicht verloren geben.”

Und wir müssen ALLES dafür tun, dass diese hier dargestellte Welt nicht Realität wird.

Wir Schnabeldoktoren wollen euch dabei unterstützen. Lest dieses Buch, denkt darüber nach und ein Gimmick am Rande:

Für all jene, die schon bei diesen Zeilen straucheln,
Die keine Kontrolle über ihre Gedanken haben
Für all jene, die gerne wöllten, aber die Stille nicht ertragen:

Der Pestarzt liest – in Auszügen, lasst euch berieseln und dann entscheidet euch FÜR Bücher.

Hörprobe 1
Hörprobe 2