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Black Lives Matter

Last updated on 16. Juni 2020

Furchtbar, was in Amerika passiert ist.
Eine Ausnahme?
Leider nein, denn der Rassismus in den USA ist so alt wie … fast hätte ich mich dazu hinreißen lassen zu schreiben „wie das Land selbst“, denn allein hier wird schon die komplizierte Situation deutlich.

Das „moderne“ Amerika beginnt mit den ersten Einwanderern, man könnte 1492 ansetzen mit der „Entdeckung“, wobei mutmaßlich bereits die Nordmänner mit ihren Langbooten dort waren (und mit ihnen unsere Schamanen-Brüder und Schwestern; die hatten zwar noch keine Schnabelmasken, gehörten aber zweifellos zu unserer Zunft, aber das vertiefen wir vielleicht an anderer Stelle).
Dann wurde das Land „besiedelt und erschlossen“. Eine Farce, das so zu nennen, denn es wurde schlichtweg geraubt, den Anwesenden genommen und die Bewohner massakriert.

Schon damals hatten die Menschen auf dem amerikanischen Kontinent dasselbe Problem wie jetzt: Rassismus mit all seinen schrecklichen Auswirkungen. Im 1.? Jahrhundert lebten schätzungsweise 7 Millionen Indianer in vielfältigen Kulturen bereits auf dem nordamerikanischen Kontinent, nicht als Menschen geschätzt und anerkannt und bis heute verfolgt, unterdrückt, gefügig gemacht und ermordet. 100 Jahre reichten aus, um 90% auszulöschen und man wird den Eindruck nicht los, dass alles dafür getan wird, dass man auch noch die kläglichen Reste los wird.

Aber nicht einmal diese Völker, von denen nur noch versprengte Reste existieren, bildeten den Anfang, denn Nordamerika ist mutmaßlich seit 13.000 Jahren besiedelt. Man weiß leider wenig bis nichts von diesen Menschen. Wer weiß, was für Schätze der Menschheit an Wissen und Kenntnis dadurch verloren gingen.

Nach der „Entdeckung Amerikas“ fokussierten sich die europäischen Kolonialmächte (Spanien, Portugal, England und Frankreich) auf Süd- und Mittelamerika. 

1620 dann der nächste Schritt, die Mayflower mit ihren puritanischen „Pilgervätern“, zeitgleich beginnt die Verschiffung der Sklaven von Afrika nach Virginia, eine schreckliche Fortsetzung der Geisteshaltung, die damals vorherrschte. Keine Rechte, Unterdrückung, Arbeitsmaterial der weißen Herrenrasse. Teilweise christlich verbrämt, faktisch immer unterdrückend. Leider gilt das bis heute in weitern Teilen des Landes.

In der amerikanischen Revolution und den Sezessionskriegen bis ins 19. Jahrhundert hinein kämpften alle Menschen unterschiedlicher Hautfarbe miteinander und gegeneinander, final wurde die Sklaverei abgeschafft, der Rassismus blieb und besteht bis heute. Im 2. Weltkrieg und vielen folgenden Kriegen waren immer alle Hautfarben vertreten, doch alle gleichwertig anzuerkennen – bis heute Fehlanzeige. Sterben für die gemeinsame Sache war schon immer erlaubt, meist war der Blutzoll der „Nicht-Weißen“ Soldaten weitaus höher, man schickte sie gerne voraus, direkt in die Frontlinien. Das gilt nicht nur für Amerika, das sehen wir in vielen anderen Ländern bis heute. Gab es durch diesen Einsatz eine bessere Anerkennung in der Bevölkerung? Mit Sicherheit nicht, der Rassismus war vor der Armee, in der Armee und auch noch anschließend.
(Anmerkung der Pestärzte am Rand: KEIN Krieg wird hier gerechtfertigt, Konflikte mit Waffengewalt lösen zu wollen hat noch nie zur irgendwas Gutem geführt. Uns Ärzten ist es daher egal, ob dieser Mist von Schwarzen, Gelben, Weißen, Blauen oder Grünen geführt wird.)

Der jetzige amerikanische Präsident befeuert diesen bis heute bestehenden Konflikt, baut Mauern gegen Mexikaner, verhärtet die weiße Vormachtstellung, sicherlich war das sogar einer der Gründe weshalb man ihn gewählt hat. Und so unfassbar das ist, er hat auch POC (people of colour) unter seinen Wählern, die sich von ihm zum Beispiel gegen Mexikaner schützen wollen und der Meinung sind eine Mauer sei doch im Grunde eine unfassbar tolle Idee.

Arschlöcher gibt es auf allen Seiten, unabhängig von der Hautfarbe.

 

Wenn wir heute Amerika betrachten, sehen wir ein zutiefst zerrissenes Land, einen fürchterlichenRassismus, der in den letzten Ereignissen und in Mord und Totschlag gipfelte und noch immer gipfelt.

„Black Lives Matter!“, zweifellos. Jetzt geht es um „BLACK“, nicht um „All lives matter“, es geht um die Tatsache, dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe in Amerika, in Europa, in Deutschland, in Hessen, vielleicht sogar in unserem direkten Umfeld wegen ihrer Hautfarbe angefeindet werden.
„Black Lives Matter!“ bedeutet nicht, dass es egal ist, was mit den Mexikanern ist.
„Black Lives Matter!“ bedeutet nicht, dass die anderen vergessen sind, oder dass es nur um die „Black Lives“ geht.
Aber im Moment geht es darum.
Die Rassentrennung scheint weltweit einigermaßen überwunden zu sein, aber Gleichberechtigung sieht anders aus.
Deshalb gehen wir mit auf die Straße.
Denn gerade deshalb ist es umso wichtiger jetzt ein Zeichen zu setzen, gegen Rassismus weltweit und dabei zu verstehen, was das eigentlich ist und weshalb wir uns mit dieser Denkweise komplett auf dem Holzweg befinden.
Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine bestimmte Abstammung vermuten lassen – als „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Die zur Abgrenzung herangezogenen Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße oder Sprache – umstrittenerweise teilweise auch kulturelle Merkmale wie Kleidung oder Bräuche – werden als grundsätzlicher und bestimmender Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften gedeutet und nach Wertigkeit eingeteilt. Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden. (…) Rassismus zielt dabei nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall deren Existenzberechtigung in Frage. Rassistische Diskriminierung versucht typischerweise, auf (projizierte) phänotypische und davon abgeleitete persönliche Unterschiede zu verweisen.“

Wir Schnabeldoktoren kümmern uns um die Heilung von Krankheiten.
Unabhängig von Geschlecht, Ansehen der Person, äußerlichen Merkmalen.
Wir sehen im Rassismus einen Teil der Pest unserer Zeit.
Diese bekämpfen wir, dazu sind wir angetreten.
Jetzt sind wir mit unseren schwarzen Schwestern und Brüdern unterwegs, wir vergessen die anderen aber nicht.

Ein kleiner Denkanstoß am Ende meiner Rede:
Ist Rassismus wirklich ein Konflikt Weiß gegen Schwarz, oder vielmehr auch der Konflikt reich gegen arm?
Liegt nicht in der immer weiter aufgehenden Schere innerhalb unserer Gesellschaften ein eigentliches Problem begraben?
Momentan bricht sich der Unmut ind er POC-Community Bahn, der jahrelang schwelte, aber muss dieser Unmut nicht auch für einen generellen Systemwandel sein?
Wir müssen alle diese Bürgerrechtsbewegungen unterstützen, aber es muss auch „Klick“ machen in den Köpfen. Wir hätten keinen Rassismus, wenn wir alle gleichberechtigt wären, wenn Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Orientierung, etc.. keine Rolle mehr spielen würden. Dahin wollen wir, das ist die zentrale Aufgabe der Pestärzte.

Oder um an unser zentrales Thema wieder anzuknüpfen:

System change!

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Vereinigten_Staaten

https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Sklaverei_in_den_Vereinigten_Staaten

https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus